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„Die Wehwehchen sind schon weg“

Nationalspielerin Romy Bär verspricht sich viel von ihrem ungewöhnlichen Individualtraining in Bayreuth
Der genaue Blick auf jedes Detail der Bewegung ist die Grundlage für die Arbeit von Tobias Herrmannsdörfer (rechts) mit Nationalspielerin Romy Bär. Foto: Harbach

Der genaue Blick auf jedes Detail der Bewegung ist die Grundlage für die Arbeit von Tobias Herrmannsdörfer (rechts) mit Nationalspielerin Romy Bär. Foto: Harbach

Von den drei Wochen, in denen sich Romy Bär mit individuellem Training in Bayreuth für die neue Saison fit machen will (wir berichteten), sind erst zwei vorbei. Schon jetzt ist die deutsche Nationalspielerin aber überzeugt davon, dass sich diese noch recht ungewöhnliche Form der Vorbereitung für sie auszahlen wird: „Die üblichen Wehwehchen sind schon weg.“

Genau diese vielen kleinen Blessuren, die sich im Laufe einer Profikarriere schier unvermeidlich einstellen, waren für die 26-jährige Chemnitzerin der Anlass für das persönliche Trainingslager beim Physiotherapeuten Tobias Herrmannsdörfer (Therapieloft), den sie seit der Nachbehandlung einer früheren Verletzung kennt: „Seit ich 14 oder 15 Jahre alt war, hatte ich keinen Sommer mehr ohne den Einsatz in irgendeiner Nationalmannschaft. Individuelles Training blieb dabei auf der Strecke.“ Dieser Effekt habe sich in den letzten drei Jahren noch verstärkt, in denen sie für Challes-les-Eaux und zuletzt Lyon in Frankreich gespielt hat: „Individualtraining gibt es dort so gut wie gar nicht“, sagt die Länderspiel-Topscorerin unter allen noch aktiven deutschen Nationalspielerinnen (11,7 Punkte im Schnitt), die vom Fachmagazin Big unter den „besten deutschen Basketballerinnen aller Zeiten“ auf Platz 17 geführt wird.

Unter diesen Vorzeichen setzte das Konzept von Herrmannsdörfer noch vor der klassischen „Trainingsarbeit“ an: „Es ging erst einmal darum, ihre Bewegungen zu analysieren und die für sie optimalen Bewegungsmuster zu verinnerlichen – auch um Verletzungen vorzubeugen.“ Erst als das nach über einer Woche automatisiert war, werde jetzt die Intensität stetig erhöht: „Da macht sie superprofessionell mit“, lobt Herrmannsdörfer. Begleitend gebe er Informationen zur Regeneration, Ernährung oder auch Schlafverhalten, und am Ende des Trainingsprogramms werde mit Tests und Videoanalysen ein Programm für die längerfristige Betreuung erstellt. „Ich trainiere keine Basketballerin“, erklärt der Physiotherapeut des BBC beziehungsweise Medi. „Vielmehr trainiere ich eine Athletin, die dann im Basketball die besten Möglichkeiten hat.“

Um den spielerischen Teil des Trainingsprogramms kümmert sich ebenfalls täglich der langjährige Bayreuther Spieler und Trainer Derrick Taylor. „Das ist sehr interessant, weil ich noch nie bei einem Männercoach gearbeitet habe und er noch nie mit einem Frauenteam.“ Auch diese Arbeit sei durch die individuelle Betreuung besonders intensiv: „Im Mannschaftstraining kann man sich eben doch eher mal unsichtbar machen.“

Nordbayerischer Kurier vom Samstag, 22. Juni 2013, Seite 39
Von Eberhard Spaeth

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